Hausautomation Archive

mein Smarthome Teil 2

Posted 8. Januar 2018 By proenz

Wie bereits angekündigt kommt hier jetzt der zweite Teil der Beschreibung meines Smarthomes. Wer den ersten Teil noch nicht gelesen hat, der findet ihn hier.

Nachdem die Schranklampe und die beiden LED-Streifen in Betrieb waren, wollte ich natürlich mehr Lampen automatisieren. Ich habe mich also auf die Suche nach Möglichkeiten gemacht, wie man ohne großen bautechnischen Aufwand und ohne allzu viel Geld auszugeben auch die Deckenlampen, Küchenbeleuchtung usw. in die Automatisierung mit aufnehmen kann. Die Schaltaktoren von Homematic kamen für mich nicht in Frage, da meine bestehenden Schalter nicht kompatibel waren. Diese wollte ich auch nicht ersetzen, da die in einer speziellen Farbe passend zu den Tapeten lackiert wurden. Nach langem Hin und Her habe ich dann die Komponenten von OSRAM Lightify gewählt. Diese waren zu der Zeit auch noch zu Spottpreisen zu bekommen.
Ich habe mir also das dafür benötigte Gateway, eine schaltbare Steckdose, einen RGBW Bulb, zwei tuneable white Glühbirnen und eine LED Deckenlampe zugelegt. Was mich fast zur Verzweiflung gebracht hat, war die Einbindung des Gateways in mein WLAN. Hier habe ich diverse Anläufe gebraucht und musste viel lesen. Als ich dann wusste wie es geht, war es letztendlich sehr einfach. Ich werde hierfür wohl auch mal eine kurze Anleitung schreiben… Die Anbindung in FHEM hingegen war extrem einfach, da es dafür bereits ein sehr gut funktionierendes Modul gab, LIGHTIFY. Ich kann jetzt also auch das Licht neben dem Kühlschrank über der Arbeitsplatte schalten, das Flurlicht ist jetzt auch Smart und im Schlafzimmer hängt jetzt nach Jahren auch endlich mal eine Lampe an der Decke… *floet*

Danach ist das Thema Licht aufgrund von mangelnder Zeit erstmal zum stocken gekommen. Ich wollte noch viel mehr machen, aber mir viel auch nichts wirklich gutes ein, wie ich es für die restlichen Deckenlampen (hier reichen „normale“ Glühbirnen aus) umsetzen soll, dass ich sowohl über den bestehenden Schalter als auch über FHEM eine Schaltfunktion schaffe. Also erstmal auf Eis gelegt.

Als wieder ein wenig Zeit da war, wollte ich als nächstes eine Möglichkeit schaffen, die wichtigsten Komponenten irgendwie via Smartphone vernünftig schalten zu können. Zudem sollten mir die ganzen Temperaturen, die Werte der Heizkörperthermostate, die Entleerungstermine der Mülltonnen, entgangene Anrufe usw. optisch schön aufbereitet angezeigt werden. Ich habe also angefangen mit der TabletUI von FHEM eine GUI zu bauen. Zugegeben, man kann damit nahezu alles machen aber es ist extrem viel Arbeit und richtiges Gefummel. Nichts für schwache Nerven. Und wirklich zufrieden bin ich damit bis heute nicht. Die wichtigsten Sachen sind drin, aber das Projekt ist erstmal auf Eis gelegt. (Ich habe dann später auch eine Alternative gefunden…)

Auch mein Mediacenter im Wohnzimmer ist an FHEM angebunden. Hier läuft ein Mythbuntu mit KODI als Frontend. Wie sollte es anders sein. Auch hierfür haben schlaue Menschen ein passendes Modul für FHEM entwickelt. Wenn ich zum Beispiel einen Anruf bekomme, dann wird bei laufendem KODI auf dem Bildschirm angezeigt, wer gerade anruft. Nehme ich den Anruf entgegen, dann pausiert automatisch die Wiederhabe von Live-TV, Musik oder Video, bis ich wieder auflege. Das ganze funktioniert mit der FritzBox, welche natürlich auch in FHEM angebunden ist. Starte ich in KODI ein Video oder Live-TV, dann werden automatisch alle Lampen ausgeschaltet. Die LED-Streifen werden dann, aktuell türkis, eingeschaltet. Bei Ende der Wiedergabe oder Pause wird der vorherige Zustand der Lampen wieder hergestellt und die LED-Streifen wechseln auf weiß. Man will ja im Dunkeln nicht auf die Nase Fallen. 😉 Thema dunkel, die Lampen werden natürlich nur dann geschaltet, wenn das Licht unter einem bestimmten Wert liegt.

Als nächstes haben dann eine Echo Dot / Alexa und ein Logitech Harmony Hub Einzug ins Wohnzimmer gefunden. Was die Alexa so kann, wird ja überall berichtet. 😉 Der Harmony Hub von Logitech sollte das ganze Sammelsorium von Fernbedienungen aus dem Wohnzimmer verbannen (Verstärker, TV und SAT-Receiver). Beide Geräte sind natürlich an FHEM angebunden. Ich kann also über FHEM den Fernseher einschalten und auf den richtigen Eingang stellen und Verstärker und Receiver komplett bedienen. Fernbedienungen tschüss. Und das Ganze jetzt auch via Sprachbefehl mit Alexa. Die mittlerweile auch alle Lampen schalten kann, mir auf Zuruf das Bad schön warm macht oder die Farben der LED-Streifen ändert.
Für diese Geschichten hat allerdings ein weiteres Stück Software Einzug in die Hausautomation gefunden. Mit FHEM alleine wäre das auch gegangen, war mir aber zu umständlich. Ich habe dafür Node-RED auf einem bereits bei mir laufenden Ubuntu Server installiert. Hiermit besteht die Möglichkeit, der guten Alexa neue Smarthome Geräte vorzugaukeln. Wenn ich also z.B. sage „Alexa, schalte Flurlicht an“, dann wird in Node-RED eine Aktion in Gang gesetzt, die dann wiederum eine Aktion an FHEM weiterleitet. FHEM schaltet dann die Lampe. 
FHEM und Node-RED sind auf diese Weise sehr eng miteinander verknüpft. Die Kommunikation läuft in beide Richtungen. Praktischer Nebeneffekt. Es gibt für Node-RED ein Plugin „Dashboard“. Hiermit kann man auf wirklich sehr einfache Art und Weise mit wenigen Klicks eine zugegeben einfache aber extrem funktionale GUI für Smartphone, Tablet oder PC zusammenbauen.

Aktuell beschäftige ich mich mit neuer Hardware. Ich habe die Geräte von Sonoff entdeckt. Für den Anfang gab es eine Sonoff S20 Schaltsteckdose und zwei sogenannte Sonoff POW, Hiermit kann live der Stromverbrauch gemessen werden und natürlich auch sämtliche angeschlossenen Verbraucher ausgeschaltet werden. Ich betreibe die Geräte aber nicht mit der vorinstallierten Software, sondern die Geräte werden mit der Software Tasmota neu geflasht. Hierdurch bekommt man diese Geräte auch sehr einfach in FHEM rein. Sie können hiermit geschaltet werden, somit natürlich auch via Dashboard und Alexa. Zudem kann ich bei den POWs den Stromverbrauch messen. Dieser wird sogar in kWh aufgezeichnet für heute, gestern und insgesamt, mega. Hab mir hiervon dann direkt noch zwei bestellt und zum Spielen erstmal noch zwei Sonoff Basic. Die Geräte sind wirklich extrem günstig und machen trotzdem einen soliden Eindruck und sind optisch sehr gut verarbeitet.

Nebenbei wird natürlich durchgängig immer weiter an der ganzen Logik von FHEM und Node-RED gefeilt. Weil Smart kommt nicht von ganz alleine. Was man zum Beispiel alles beachten muss, wenn man Dinge abhängig von der An- oder Abwesenheit von Personen im Haushalt schalten oder eben nicht schalten will… Das wird wohl ein Projekt auf Lebenszeit. Vielleicht bin ich fertig, wenn ich in Rente gehe.

Ich werde weiter berichten.

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mein Smarthome Teil 1

Posted 5. Januar 2018 By proenz

In diesem Beitrag will ich einmal kurz erklären, wie das Ganze grundsätzlich funktioniert bzw. welche Komponenten (Hardware und Software) bei mir zum Einsatz kommen. Auf technische Details werde ich hier nicht eingehen. Dazu später in weiteren Beiträgen mehr.

Am Anfang gab es die Frage aller Fragen… Welches System verwende ich?

Nehme ich ein doch eher geschlossenes System wie Homematic? Hier gibt es viele verschiedene Komponenten, die sich mit einer Zentrale verwalten lassen. 
Vorteile: relativ einfach zu bedienen / es können Abläufe recht simpel programmiert werden
Nachteile: meiner Meinung nach sehr teuer / bis auf ein paar Ausnahmen ist man an die Komponenten des Herstellers gebunden

Und die Nachteile von diesem System und vergleichbaren anderen haben mich dann dazu gebracht, auf OpenSource zu gehen. Ich wollte ein System, welches nahezu frei in der Wahl der Komponenten ist. Es sollte mittels Web GUI, App und anderer Wege zu steuern sein. Und das natürlich relativ einfach… So gab es nach einiger Recherche eine engere Auswahl zwischen FHEM und OpenHAB. Schlussendlich habe ich mich dann für FHEM entschieden. (Im Nachhinein bereue ich die Entscheidung überhaupt nicht.)
Zugegeben, am Anfang habe ich viel gelesen, probiert und natürlich auch geflucht… irgendwann hat es dann KLICK gemacht. Wenn man das Grundsystem einmal verstanden hat und gewisse Kenntnisse im Programmieren mitbringt (ohne die geht es nur sehr schwer), dann ist der Rest gar nicht mehr so schwer.

FHEM läuft bei mir auf einem Raspberry Pi der 3. Generation. Dieser ist somit Dreh- und Angelpunkt für alles, was bei mir zu Hause so passiert. 

Angefangen hat alles mit der Heizungssteuerung. Hier habe ich mir die Homematic Heizkörperthermostate ausgesucht. 5 Stück im Bausatz und einen sogenannten CUL. Hatte bisher einen technischen Ausfall ansonsten laufen die einwandfrei. Dieser Ausfall wurde mir im Übrigen auf dem Smartphone mitgeteilt. Da wusste ich dann auch, das ich es richtig konfiguriert hatte… 😉
In manchen Räumen musste ich zusätzlich zu den Thermostaten auch noch externe Temperatursensoren anbringen, weil die am Heizkörper gemessene Temperatur nicht wirklich stimmte. Diese habe ich mir selbst gebastelt. Hierzu habe ich Wemos D1 mini mit DHT22 Sensoren ausgestattet. Die stecken unsichtbar im Raum untergebracht in einer mini Abzweigdose und funken per WLAN alle 5 Minuten Temperatur und Luftfeuchtigkeit an FHEM. Die Temperatur wird dann automatisch an den dazugehörigen Thermostat weitergegeben.

Damit die Heizungssteuerung auch stabil läuft, müssen natürlich alle Komponenten mitspielen. Wenn ein Sensor nicht regelmäßig seine Temperatur sendet, dann bekommt der Thermostat die falschen Infos und heizt permanent oder der Raum wird eiskalt. Das alles muss also überwacht werden. Als Beispiel: Wenn sich ein Sensor nach zwei Takten (also 10 Minuten) nicht bei FHEM gemeldet hat, dann wird über Telegram eine Nachricht auf mein Smartphone geschickt. Diese Nachricht enthält dann auch den Namen des Sensors. Meldet sich der Sensor dann doch wieder selbstständig, dann wird mir das auch mitgeteilt. Genau so auch bei den Thermostaten und allen anderen wichtigen Komponenten zu Hause.
Ein weiterer Punkt bei der Überwachung der Komponenten sind die Kapazitäten der Batterien. Thermostate und Taster laufen mit Batterien. Ich bekomme also auch eine Nachricht per Telegram, wenn irgendwo eine Batterie ausgewechselt werden muss.

Als nächstes habe ich mit der Beleuchtung angefangen. Zuerst der Schrank im Esszimmer via Relais direkt am Raspberry. Im nächsten Schritt dann zwei RGBW LED-Streifen in der Küche über der Arbeitsplatte und im Wohnzimmer hinter dem Fernseher. Angebunden sind diese an FHEM über RGBW-LED-Controler LD382. Jetzt konnte ich diese Dinge via Smartphone und FHEM steuern, aber es musste ja auch doch irgendwie eine manuelle Schaltmöglichkeit her. Der gute alte Schalter / Taster kommt auch bei Frau immer gut an. Auch hier habe ich wieder Homematic Komponenten verwendet. Einen 2-fach Taster in der Küche und einen 6-fach Taster an zentraler Stelle zwischen Ess- und Wohnzimmer jeweils im Bausatz waren hier die Wahl. Und hier spielt sich dann die Stärke von FHEM aus. Ich kann mit einem Homematic Gerät ein Relais am Raspberry steuern, einen LED-Streifen schalten oder einfach nur in FHEM programmierte Aktionen auslösen. Z.B. den ECO-Modus aktivieren, wenn der Letzte das Haus verlässt, im Bad die Heizung aufdrehen, wenn man in die Wanne will oder einfach nur die vordefinierten Farben der LED-Streifen durchschalten. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.

Da das hier für einen Beitrag zu lang wird, mache ich erstmal Schluss. Rest folgt…

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Hausautomation

Posted 4. Januar 2018 By proenz

Ich bin seit mittlerweile 2 Jahren dabei, mein Haus etwas smarter zu gestalten…

Angefangen habe ich mit der Heizungssteuerung. Diese läuft mittlerweile absolut zuverlässig. Es kamen dann Stück für Stück weitere Dinge dazu. Lampen, LED-Stripes, schaltbare Steckdosen und vieles mehr. Überwachung der Geräte (Batteriezustand, Erreichbarkeit usw.) mit Meldung auf mein Smartphone, wenn mal etwas nicht so läuft wie es soll.

Das Problem an der ganzen Sache ist wie immer die Zeit. Ich habe einfach viel zu viele Ideen…

Ich werde in der nächsten Zeit mal wieder ein wenig aktiver werden hier und mal versuchen ein paar Ideen und deren Umsetzung hier zu teilen.